Nahaufnahme eines Eibenstamms und Ästen.

Die Botschaft der Eibe

Nach langer Zeit habe ich mal wieder etwas lyrisch verarbeitet und entstanden ist dieses Gedicht.

Lang schon ist der Baum verwurzelt mit meinem Dorf und dessen Glück.
ist ein Relikt aus alten Zeiten, das einst die Feinde hielt zurück.

Vergangen ist der Grabenwall, in den einst keimte Eiben-Spross.
Und sich verwurzelte, vereinte mit andren Bäumen dichten Tross.

So einsam, knorrig steht er da, was könnte er uns alles sagen?
Voll Ehrfurcht steh ich da vor ihm, und glaub, er würd uns eher fragen:
Nach unsrer Schuld nach unsren Ahnen, nach unsrem Tun und unsrem Treiben.
Und uns erinnern an die Dramen, die unsre Mitwelt muss erleiden.

„Wir schützten euch so viele Jahre, versperrten Feinden ihre Wege.
Und dann als Dank bekamen viele statt euren Segen nur die Säge.
Als Denk- und Mahnmal steh ich hier – für heute, gestern und auch morgen.
Doch meine Welt und meine Botschaft bleibt für viele noch verborgen:

Ich bin das Leben, bin der Atem, ich bin das Wasser, bin die Kühle.
Ich bin der Erde Klima-Hüter und bin viel mehr als Tisch und Stühle.
Bin eine eigne große Welt im kleinen Makro-Lebensraum.
Ich bin das Leben tief im Boden und bin das Leben hoch im Baum.

Bin nicht allein auf dieser Welt, weiß auch von vielen Urwald-Riesen,
im Regenwald, so fern und weit. Doch wollt auch ihr sie dort bekriegen.
In diesem Wald, wo Vielfalt blüht, wo eure Heilung Früchte trägt.
Wo eure Wurzeln einst begannen – ihr eure Zukunft nun zerlegt.“

So hörte ich sie vage flüstern, die Eibe – die unsterblich galt –
in ihren Nadeln und den Ästen, in dem die Weisheit widerhallt.

Doch trägt die Eibe auch in sich die Botschaft gar vom Neubeginn.
Des Neugebärens und des Hoffens, so macht die Hoffnung wieder Sinn.

Mach’s wie die Eibe, schlage Wurzeln, und breche jeder Böe Wind.
Und weiche keinen Schritt zurück, bis Bäume wieder sicher sind.
Erheb die Stimme für die Stummen, und nutze schlau deinen Konsum,
und pflanze neue viele Bäume, es zählt das Reden und das Tun.

Aus alledem entstehen Früchte, die neue Samen weitertragen,
und neue Bäume lässt entstehen zu einem Wald, zu einem starken.

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