Reben raus am Burgweg

Gutes zum Welt-Naturschutztag

Es gibt so viele schlechte Nachrichten, auch zum vorgestrigen Welt-Naturschutztag. Sie übertönen alles. „Good news are bad news!“ ist ein bekanntes Motto des Journalismus. Doch es gibt auch gute Neuigkeiten!

Viele Jahrzehnte lang wuchsen in diesem Boden Reben. Der eine oder andere gute Tropfen Wein war das Resultat. Mein Großvater und Onkel bewirtschafteten mehrere Weinbergsflächen noch weit bis in die 2000er Jahre. Danach wurden sie verpachtet. Bis auch jetzt der Pächter die beiden Flächen aufgab.

 

Weinbergsfläche an der Leidhecke
Weinbergsfläche an der Leidhecke

 

Weinbergsfläche Burgweg
Weinbergsfläche am Burgweg

 

Nun war die beste Gelegenheit für eine neue Ära . Die Natur sollte das zurückbekommen, was ihr vor Jahrhunderten nach und nach genommen wurde, wobei die Flurbereinigung in den 1970ern ihr den Rest gab.

 

Rodung am Burgweg
Rodung am Burgweg

Doch jetzt brechen andere Zeiten an. Die Reben haben wir nun schweißtreibend, bei Hitze und Dürre, auf beiden Flächen bereits zurückgeschnitten. Sie werden bald gerodet.
Und dann wächst hier etwas ganz neues heran:

Eine Streuobstwiese mit leckeren Früchten. Aber vor allem mit Nektar und Pollen, mit nistenden und singenden Vögeln, Eidechsen, summenden Wildbienen, Käfern und anderen Insekten. Einheimisches Saatgut wird bunt blühen und das wachsen lassen, was Falter und ihre Raupen brauchen. Dazu kommt ein begehbares Wildkraut-Labyrinth.

Labyrinthe wirken zentrierend, fördern die Achtsamkeit. Ihr Gang hindurch fördert einen meditativen Zustand. Und ihr Weg hin zur Mitte offenbart oft auch Einblicke in die momentanen Themen des eigenen Lebens.

Mit meiner Firma MachMalMut biete ich Naturpädagogik und Naturentspannung an. Daher sind die Flächen ideal.
Eine Streuobstwiese und der Wildstaudenbereich zeigen, wie wichtig Insekten und die Biodiversität für die Ernährungssicherheit sind. Ganz deutlich, vor Ort, fühl-, riech- und ertastbar.

Hinzu kommt die Pflanzenkohle, die ich in den Boden an den Bäumen einbringe. Das Prinzip der Terra Preta sorgt dafür, dass ich deutlich weniger gießen muss, nicht düngen, dass der Boden wieder zum Leben erweckt wird, die Biodiviersität steigt. Und zusätzlich speichert Pflanzenkohle CO2 über Jahrtausende, was einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Ja, es sind nur zwei kleine Flächen. Woanders brennen Wälder. Es werden Regenwälder abgeholzt und die Klimakrise nimmt dramatische Ausmaße an.

Doch wäre das ohne meine Streuobstwiesen nicht auch so? Ja, wäre es nicht noch schlimmer?
Denn die beidenn Wiesen retten zwar nicht die ganze Welt. Aber sie retten die Welt für jede einzelne Biene, für jeden Käfer, für alle Igel oder Vögel die davon profitieren, für Falter oder Heuschrecken, die dort einen neuen Lebensraum finden.

Es geht gar nicht um das Maximale: Die ganze Welt retten oder den Kopf in den Sand stecken?

Es geht nur um das kleine Licht, die eine brennende Kerze. Schon eine brennende Kerze durchbricht die Nacht.
Und so werden vielleicht weitere Trittsteinbiotope folgen. Es werden Menschen an Exkursionen teilnehmen, wieder erdend einen Bezug zur Natur finden, sie schätzen und schützen lernen.

Und je mehr Kerzen angezündet werden, desto mehr schwindet die Dunkelheit.

Nach außen und nach innen.

 

 

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