Schild mit der Bezeichnung "Achtung Abgrund"

Klima am Kippen

Die UN-Klimakonferenz in Brasilien hat begonnen. Die USA nehmen mit Trump als Klimawandel-Leugner (zum Glück) nicht teil. Doch auch die deutsche Regierung ist momentan alles andere als ein Klimaschützer. Merz ließ schon verlauten, dass Deutschland nur zu 2% der CO2-Emissionen weltweit beitragen würde. Doch: Das ist eine Milchmädchenrechnung.

Deutschland ist nämlich, rechnet man alle auch vergangenen Emissionen mit ein, auf Platz 4 weltweit. Also ist sein Anteil an der Klimakrise bei weitem nicht so gering, wie es gerne suggeriert wird. – Übrigens ist diese Verharmlosung eine klassische Strategie der Klimawandel-Leugner.
Die deutsche Regierung ist, zusammen mit der Autoindustrie der Meinung, dass man Verbrenner ruhig noch etwas länger nutzen könnte. Dumm nur, dass die deutschen Hersteller dadurch den Anschluss zur Elektromobilität verpassen. Weltweit steigt nämlich deren Nachfrage und die Hersteller aus anderen Staaten machen Deutschland etwas vor. Siehe: China!
Man könnte bemängeln, dass die Nachfrage nach Lithium für die Batterien steigt und dadurch Landschaften zerstört werden. Das ist richtig, doch wieviel Landschaft wird zerstört und vergiftet durch die Förderung von Kohle, Gas und Erdöl? Und: Wieviel Natur wird zerstört durch die Verbrennung der fossilen Brennstoffe und die damit verbundene Klimaerwärmung?


Die deutsche Regierung hält am Verbrenner fest, wie man die Produktion von Photovoltaik und Windrädern einst torpedierte, und Herstellern anderer Staaten das Feld übergab. Siehe: China!
Man geht außerdem davon aus, bald alle Windräder abreißen zu können. Denn man baut darauf, dass man bald eine neue Technologie, ähnlich der Atomenergie aber ohne ihre negativen Folgen, aus dem Hut hervorzaubert. Dass hierzu nicht mal ein Prototyp existiert, verschweigt man bewusst.

Offenbar möchte man der fossilen Industrie noch so lange wie möglich Gewinne ermöglichen. Auch auf Kosten der Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Das ist wenig „patriotisch“ – ein Wort, das man gerne heutzutage im Zusammenhang mit der Migration bei den Christdemokraten hört. Doch ist das Zögern im Klimaschutz genauso wenig patriotisch, wie das „Christliche“ noch Teil des bundespolitischen Handelns der Partei.

Deutschland war lange Zeit ein Musterbeispiel. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde von etwa 100 Staaten übernommen. Wenn Deutschland nun zum Zögerer wird, oder gar zum Klimawandel-Leugner, gibt es ein schlechtes Beispiel ab.

Man kann nur hoffen, dass die restlichen Staaten während der UN-Konferenz ambitionierter vorgehen und eine klare Richtung einschlagen. Ansonsten wird es unmöglich, das 1,5°C-Ziel zu erreichen. Und jedes Grad mehr wird katastrophale Folgen nach sich ziehen.

Viel zu oft hört man noch immer Zweifel, was den menschengemachten Klimawandel angeht. Man hört, dass es auch früher mal kälter und mal wärmer war.
Doch woher weiß man das? – Von Eiskernbohrungen der Wissenschaftler.
Warum glaubt man diesen Wissenschaftlern, dass es früher Temperaturschwankungen gab, während man den gleichen Wissenschaftlern nicht glaubt, dass eine menschengemachte Klimakrise bereits im vollen Gange ist?

Aber es ist letztlich egal, woran die Menschen glauben.
Die physikalischen Gesetze werden sich dadurch nicht ändern:
Wasser dehnt sich aus, je wärmer es ist. Eis, das auf Landflächen schmilzt, lässt den Meeresspiegel zusätzlich ansteigen.
Wärme lässt Permafrostböden auftauen, längst vergessene Viren und Bakterien werden freigesetzt. Deutlich wärmere Temperaturen lassen tropische Krankheiten auch nach Deutschland gelangen.
Wärmere Temperaturen bedeuten stärkere Stürme, die Luft kann mehr Wasser aufnehmen, größere Starkregenereignisse sind die Folge. Heftigere Hagel-Niederschläge treten auf. Und eben auch Ereignisse im anderen Extrem: Dürre


Letztlich ist es auch eine Gesetzmäßigkeit des Menschen, dass das Gehirn nicht wärmer als 41°C überleben kann. Der Körper kann ab gewissen Außentemperaturen nicht mehr seine Körpertemperatur regulieren, er bekommt einen Hitzschlag.
Kurz gesagt: Temperaturen über 50°C werden keine Seltenheit mehr sein, auch nicht in Deutschland. Die Folge: Viele Hitzetote, und dabei geht es nicht „nur“ um ältere und kranke Menschen!

Allgemein geht es gar nicht um den „Naturschutz“. Das Leben auf der Erde hat Jahrmillionen überstanden, auch gewaltige Katastrophen und Umbrüche.
Es geht schlicht und ergreifend um Menschenschutz.

Und die Frage: Möchte der Mensch weiterhin existieren, oder möchte er sich selbst abschaffen?

Momentan stehen die Zeichen eher auf Abgrund. Aber wenigstens steigen weiterhin die Börsenkurse, während wir fallen.

Etwas Positives noch:
Hecken bieten hervorragende Möglichkeiten im Klimaschutz und der Klimaanpassung.
Die Naturschutzgruppe Bodenheim e.V. hat sich um das Projekt einer „Klima-Hecke“ beworben.
Wer will klickt mit, und ist Teil einer Naturschutzaktion.

Entega – jetzt abstimmen

2 Gedanken zu “Klima am Kippen

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