Das klingt doch irgendwie nach Dinos, oder? Und tatsächlich existiert diese Gattung schon seit über 200 Millionen Jahren. Seltsamerweise schon viele Millionen Jahre, bevor die ersten Blütenpflanzen die Bühne des Lebens betraten. Ihr Name setzt sich aus dem Altgriechischen für „Schuppe“ und „Flügel“ zusammen.
Wir kennen sie heute als „Schmetterling“.
Nur warum eigentlich? Sie schmettern ja nicht beim Fliegen.
Sie bekamen diesen Namen, wie den „Butterfly“, aus der Beobachtung unserer Ahnen heraus: Wenn Kühe gemolken wurden, tauchten Schmetterlinge an den Melkeimern auf.
Und man nannte sie Butterfliegen!
Sie setzten sich auf den Schmand, der früher Schmetten genannt wurde. Durch Beobachtung und Aberglaube entstand das Bild von feenähnlichen Wesen, die Milch und Schmand stehlen wollten.
Es gibt auch heute noch so viele „Fake-News“ und Halbwahrheiten über das Leben der Schmetterlinge. Dies trägt dazu bei, dass viele Schmetterlingsarten bedroht oder bereits ausgestorben sind.
Und das Schlimmste: Die meisten der Schmetterlingsarten nehmen wir nicht einmal wahr.
„Motten“ in der Mehrheit
In Deutschland gibt es ungefähr 3700 Falterarten. Würde man nun 100 Personen nach Schmetterlingsarten befragen, kämen bei den meisten eine Hand voll zusammen:
Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Distelfalter, Schwalbenschwanz, Admiral
Das Tagpfauenauge kennen die meisten, aber was ist mit dem Nachtpfauenauge?
Das Taubenschwänzchen schwärmt wie ein Kolibri um die Blüten. Aber was ist mit dem Hummelschwärmer?
Distelfalter sind bekannt als Zugfalter, die 4000 km bis nach Afrika fliegen. Und die dann im Frühling wieder in neuer Generation zurückkehren.
Aber was ist mit dem Klee-Gitterfalter? Oder dem Ausrufezeichen? Auch das Winden-Federgeistchen ist wunderschön grazil. Und die Spanische Flagge ein toller Anblick!
Nachtpfauenauge, Ausrufezeichen, Klee-Gitterfalter, Winden-Federgeistchen, Spanische Flagge?
Man sieht die Tiere nur selten, denn es handelt sich dabei um Nachfalter. Aber sie haben von der gewöhnlichen Vorstellung einer „Motte“ nichts gemein. Auch gibt es viele „Tagaktive Nachtfalter“.
Ja, von den 3700 Schmetterlingsarten in Deutschland, gehören 3300 bis 3500 Arten zu den Nachtfaltern. Nur 190 Tagfalterarten existieren in Deutschland.
Dass man Nachtfalter nicht oft sieht kann man ja noch nachvollziehen.
Aber wenigstens die Tagfalter sollten doch an den tollen bunten Blühstreifen auf Äckern und Feldern zu sehen sein?
Blühstreifen ist nicht gleich Blühstreifen
Es klingt paradox, aber gerade die schönen bunten Blühstreifen schaden indirekt vielen Schmetterlingsarten. Denn viele Saatgut-Mischungen dienen nur dem „Schönen Schein“. Sie enthalten zwar schöne bunte Blüten, doch diese bieten oft den geringsten ökologschen Nutzen.
Es gibt sogar verblüffend viele Falter, die ausgerechnet plumpes Gras brauchen. Der Schachbrettfalter oder das Waldbrettspiel haben ansonsten ein echtes Problem. Und zwar vor der Metamorphose zum Falter, noch als Raupe. In dem Stadium brauchen sie einfach bestimmte Grasarten.
Wohlig warm und windstill
Neben den passenden Pflanzen ist auch der Standort wichtig. Windgeschützt und warm mögen es die Schmetterlinge: Als wechselwarme Tiere mit riesigen Flügeln.
Steine und Hölzer als Wärmespeicher passen im Beet gut. Außerdem sollte man öfters mal fünfe grade sein lassen, und weniger mähen oder schneiden. Nicht nur im Frühling und Sommer sollte man Teilbereiche stehen lassen. Die meisten Raupen und Puppen entwickeln sich über den Winter. Daher sollte man den Rest erst im April abmähen. Ansonsten entfernt man nicht nur die vermeintlich toten Stängel, sondern auch den Nachwuchs der Falter.
Das Mahdgut sollte man immer sieben Tage liegen lassen, damit sich Larven und Raupen in die anderen, noch stehenden Bereiche retten können.
Damit es bald wieder flattert habe ich eine Schmetterlings-Top-Ten gerstellt.


Oh, wow! Das ist richtig spannend! Ich bin selbst kein Insektenprofi, aber ich weiß, dass sie gerade „Unkraut“ gern mögen und lass das zum Unmut meines Mannes gern etwas sprießen in der Hoffnung etwas ökologisch Sinnvolles zu tun. 😅
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Ja, es sind Pflanzen wie Gräser, die man auch gar nicht mit Schmetterlingen in Verbindung bringen würde… Ich finde auch, ein ganz spannendes Thema. Und jedes Wildkraut, das wachsen darf, trägt ein Stück weit zum Schutz von Insekten bei. LG 🙂
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