Der Herbst ist da

Ein Blick in die Natur offenbart: Der Herbst ist da! Die ersten Blätter an den Bäumen färben sich gelb, rot und braun. Denn der Baum baut das Chlorophyl, das die Blätter grün gefärbt hat, ab und lagert es in seinen Wurzeln ein. Um es im kommenden Frühjahr für die nächsten Blätter wieder einsetzen zu können. Aber nicht nur die Bäume senden die klare Botschaft der radikalen Veränderung.

Heute habe ich im Garten gearbeitet und hörte plötzlich vertraute Rufe. Ich rannte los, holte mein Smartphone, und konnte sie gerade noch so fotografisch einfangen: Kraniche! – Viele Kraniche!
Genau genommen mindestens 219 Tiere. Ich habe sie gezählt, wobei einige der Punkte auch zwei sein könnten.
Mich fasziniert dieses Flugverhalten jedes Jahr. Wenn man sich vorstellt, in welchen Formationen die Tiere fliegen, und welche Schwarmintelligenz und Kraftanstrengung das erfordert…
Der NABU hat einen Bericht von heute über die Flugrouten der Tiere veröffentlicht.
Ist es nicht toll, wie genau man durch Beobachtungen so vieler Menschen diese Routen sowie Landepunkte mitverfolgen kann?

Und eine weitere Beobachtung stimmt mich optimistisch. Ich hatte vor einigen Tagen Igel-Kot im Hof entdeckt. Und nun habe ich Futter aufgestellt, sowie meine Wildkamera.
Und, siehe da: Es tauchte ein Igel auf zu Futtern. Aber nicht nur einer, denn nach dem um 21 Uhr folgte einer um 23 Uhr. Und schließlich erschien um 2 Uhr ein weiteres Tier. Alle drei sind unterschiedlich groß, also handelt es sich um drei Tiere.
Dabei sind Igel Einzelgänger, haben ein etwa 1ha großes Revier, in dem sie sich pro Nacht 3-4 km weit bewegen. Offenbar überschneiden sich hier Reviere, und ein Igel kann eben auch nicht überall in seinem Revier nach Eindringlingen Ausschau halten.
Ich habe im Garten bereits seit einigen Jahren einige Reisighaufen angelegt, und im Hof habe ich einen Überwinterungskasten aufgestellt. Also können die Stacheltiere gerne einziehen. Vorher sollten sich sich allerdings noch ein bisschen mehr Speck anfressen.
Deshalb biete ich Katzen-Trockenfutter (Geflügel, kein Getreide und kein Zucker) an, dazu Wasser. Ab und zu gibts zudem getrocknete Mehlwürmer. Und den igeln schmeckts sehr gut.

Im Garten werde ich jetzt noch einige Bäume und Sträucher zurückschneiden, und die Beete winterfit machen. Für nächstes Jahr plane ich die Anlage einges Kartoffelbeets.
Und nachdem mir dieses Jahr die Spanische Wegschnecke wirklich massiv Salat, Kohl, und sogar Tomaten-, Kartoffel- und Zwiebelgrün abgefressen hat, gehe ich demnächst auf Schneckeneier-Suche. Und jede Spanische Wegschnecke, die ich entdecke, wird einen Kopf kürzer gemacht.
Dabei bin ich wirklich ein Tierfreund. Aber diese invasive Art bedroht nicht nur meinen Salat, sondern die heimische Flora und Fauna. Ja – auch die Fauna! Es gibt verlässliche Berichte, dass diese Schnecken, neben Schmetterlingsraupen und den Eiern von heimischen Schneckenarten, sogar junge Vögel im Nest auffressen. Und irgendwo hört dann der Spaß wirklich auf.

Wo er für mich wieder anfängt, ist bei der Beobachtung der Natur. Nachdem ich in meiner Gemeinde lange Zeit keine Stieglitze mehr gesehen habe, konnte ich diese Beobachtung vorgestern an einem renaturierten Grabenabschnitt machen. Herrlich!

Stieglitze auf den Samenständen der Wilden Karde
Stieglitze auf den Samenständen der Wilden Karde

Stieglitz auf einem Samenstand der Wilden Karde

Stieglitz im Flug

Ein Gedanke zu “Der Herbst ist da

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