Igel in Not!

Es gibt weitere Neuigkeiten: Zu einem kleinen Igel in Not. Gefunden an einem Feldweg, die Augen noch geschlossen und nach seiner Mutter fiepend, tapsig laufend, und das am Tag. Das ist kein gutes Zeichen.

Nun hieß es, den Kleinen in Sicherheit zu bringen. Denn es gibt folgende Anzeichen, die zeigen, dass die Mutter nicht mehr da ist und der Kleine Hilfe braucht:

Kleiner Igel

  • Seine Augen sind noch geschlossen oder nur leicht geöffnet, sie öffnen sich nach etwa 14 Tagen. In diesem Alter verlassen die Kleinen noch nicht freiwillig das Nest, sondern erst später ab 160g Körpergewicht. Es muss also etwas Einschneidendes passiert sein.
  • Ein weiteres Zeichen ist der tapsige Gang und das laute Fiepen nach der Mutter.
Wenn in näherer Umgebung auch kein Nest zu erkennen ist, sollte man den Igel mitnehmen, um ihn dann zum Tierheim oder einer Igel-Auffangstation zu bringen. Wenn, wie in diesem Fall, keine der beiden Einrichtungen mehr offen hat, muss man das Tier versorgen:
  • Bei älteren Tieren mit geöffneten Augen kann man versuchen, Katzen-Nassfutter ohne Soße anzubieten.
  • Bei jüngeren Tieren (wie in diesem Fall) kann man evtl. Wasser anbieten. Eigentlich brauchte der Kleine Milch, denn er wurde ja noch gesäugt. Aber man darf keinesfalls (!) Kuh-, Ziegen-, Katzen- oder Aufzuchtmilch füttern. Dies führt für den Igel in der Regel zu starken Verdauungsstörungen und dem Tod. Milch sollte man übrigens auch erwachsenen Igeln nicht anbieten.
  • Man sollte das Tier geschützt vor Fliegen unterbringen und auch evtl. Fliegenmaden direkt entfernen, wenn man welche entdeckt.
  • Geeignet ist ein Karton an einem sicheren und vor allem nicht zu warmen Platz. Zugleich ist gerade für noch sehr junge Igel die Wärme sehr wichtig. Aber sie sollten die Möglichkeit haben, auszuweichen. Ich hatte daher eine Tupper-Dose mit heißem Wasser gefüllt, dicht verschlossen und in den Karton gestellt. Dann zwei alte Handtücher hinein gelegt und dem Igel so eine kleine Höhle geboten. Also ein wenig, die Umstände im Nest nachgebaut.
  • Am nächsten Tag habe ich ihn zu den tollen und engagierten Leuten des Mainzer Tierheims (Kleintierhaus) gebracht und dort wird der Kleine nun groß gezogen, um später ausgewildert zu werden.
Man sollte immer beherzt zupacken, wenn ein kleines Wildtier Hilfe braucht. Gerade jetzt, bei der Hitze und Trockenheit, leiden auch Igel massiv unter Durst und Hunger.
Zum Eigenschutz empfiehlt es sich jedoch immer Handschuhe zu tragen.
Übrigens hat eine Gassi-Geherin einen weiteren kleinen Igel an diesem Weg gefunden und ins Tierheim gebracht. Es ist also leider sicher: Die Mutter lebt nicht mehr oder hat das Nest aus irgend einem Grund aufgegeben.

2 Gedanken zu “Igel in Not!

  1. Wie schön, daß du zum richtigen Zeitpunkt eingreifen konntest und auch noch mal schreibst, worauf man achten sollte. Leider werden ja auch Tiere mitgenommen, die keiner Hilfe bedürfen. Hier wird die Geschichte ja wohl gut ausgehen 🙂 LG Almuth

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  2. ja, wie gut, dass du des weges kamst – und gut auch, dass ein zweites igelchen wohl gerettet ist.
    und vielen dank auch für die präzise beschreibung, wie man einen so jungen igel für’s erste versorgen kann!
    lieben gruß: pega

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