Frohe Ostern

Ich wünsche allen ein frohes Osterfest. Habt ihr den Mond in der Osternacht auch sehen können? Während die Eier inzwischen alle versteckt und hoffentlich auch schon gefunden wurden, bleibt die Brut bei den Blaumeisen hier noch aus. Allerdings dürfte es nicht mehr lang dauern, bis die ersten Eier im Nest liegen. Dafür hüpfte heute, während ich im Hof saß und ein spannendes Buch über die Intelligenz der Pflanzen las, ein anderes junges Wesen durch die Gegend.

Ostermond

Aber da das Augenmerk noch viel zu sehr auf die Tierwelt gerichtet ist, und zu wenig auf die Pflanzen, möchte ich heute mal zunächst diese verblüffend unbekannten Wesen erwähnen, die schon sehr viel länger diese Welt besiedeln, als jedes Tier. Und die noch heute einen Stellenwert genießen, wie zu Zeiten Aristoteles. Er setzte Pflanzen in ihrer Beseeltheit wohl den Steinen gleich. Und auch heute erntet man Kopfschütteln, wenn man von intelligenten Pflanzen spricht. Ja, man wird in manchen Teilen sogar ausgelacht oder sogar als gaga erklärt.

Gleichzeitig hat die Schweiz als erstes Land die Würde der Pflanzen in die Verfassung aufgenommen. Kein Wunder: Wenn Pflanzen schlau und vielleicht sogar empfindungsfähige Wesen sind, kann es natürlich nicht heißten, dass wir sie nicht mehr aufessen dürfen. Es sollte aber heißen, dass wir ihnen darüberhinaus keinen Schaden zufügen sollten. Verstümmelte Bäume, monatlich abgemähte Grünflächen, eingezwänge Bonsais, vertrocknete Zimmerpflanzen,…

Wie schlau Pflanzen sind, zeigt das Buch „Die Intelligenz der Pflanzen“ von Stefano Mancuso und Alessandra Viola. Das ist übrigens keine Werbung – nur eine Empfehlung.
Ich möchte natürlich nicht zuviel verraten, aber soviel vorweg: Menschen besitzen fünf Sinne, Pfanzen zwanzig mehr.

Und: Pflanzen sind keine Tiere, daher auch nicht mit ihnen und somit mit uns vergleichbar. Und nur weil Pflanzen kein zentrales Nervensystem haben, heißt das nicht, dass sie keinen Schmerz empfinden.
Man kann dies genauso wenig miteinander verknüpfen wie folgendes Aussage:
Regnet es, wird die Straße nass. Regnet es nicht, ist die Straße trocken. – Schließlich kann ja auch jemand eine Eimer Wasser umkippen oder mit dem Feuerwehrschlauch die Straße besprühen.

Pflanzen haben lange Zeit existiert, bevor die ersten Tiere auftauchten. Und ohne die Pflanzen würden keine Tiere exisierten – und wir auch nicht. Schließlich produzieren sie durch die Fotosynthese Sauerstoff, von dem wir abhängen.

Dass Pflanzen sich u.a. ihrer Umgebung bewusst anpassen und sich bewegen können, kann man gerade jetzt beobachten. Ich habe das heute im Blumenbeet getan.

IMG_20230409_212914_702IMG_20230409_212914_766IMG_20230409_212915_198IMG_20230409_212915_313

Die Tulpen öffnen morgens ihre Blüten, abends werden sie wieder verschlossen. Somit müssen sie ja wohl erkennen, ob es hell oder dunkel ist. Also können sie Licht wahrnehmen. Vielleicht liegt es auch an den Temperaturen, nach denen sie sich orientieren? Dann brauchen sie aber Rezeptoren die die Temperatur erkennen. In jedem Fall reagiert die Tulpe, um ihre Fortpflanzungsorgane nachts zu schützen.

Ich kann wirklich nur empfehlen, einen Blick in das Buch zu werfen und somit einen anderen Blick auf unsere „Mitbewohner“ zu bekommen. Es ist noch so viel unbekannt über diese Wesen, die uns Nahrung, Sauerstoff, Schatten, bunte Blüten, Medizin, Baumaterial und den Grundstoff für Papier und vieles mehr liefern – und zugleich CO2-Speicher, Wasserspeicher, Feinstaubfilter und regionaler Mikroklima-Regulator sind.

So fliegen wir beispielsweise heutzutauge auf den Mars, um dort nach außerirdischem Leben zu suchen, wobei wir bis heute nicht mal definitiv wissen, wie ein Baum das Wasser von den Wurzeln in die Zweige und Blätter transportiert.

Ein spannendes Thema… Und während ich so dasaß und las, wuselte plötzlich dieses Wesen an mir vorbei.

Schwarzamsel Jungtier

Junge Schwarzamsel im Schutz des Efeus
Junge Schwarzamsel im Schutz des Efeus

Nun saß es da, dieses gefiederte Wesen. Von der Mutter weit und breit keine Spur… Und nun?!

Jetzt hieß es, die Situation genau beobachten und schauen, dass der Falke im Walnussbaum keinen Wind von diesem kleinen Wesen bekam. Ich wusste, woher es stammte. Schließlich brütet seit Wochen eine Amsel im Beeren tragenden Efeubusch. Doch dort war Ruhe, die Mutter war nicht da.

Also blieb ich da sitzen, las und behielt zugleich das Tier im Gestrüpp im Blick.

Blaumeise

Die Blaumeise beäugte das Tier dort unten sehr genau.

Spatz

Und auch ein Spatz tauchte auf. Aber die Amseln? – Fehlanzeige!

Doch dann sah ich sie nach 45 Minuten.

Weibliche Schwarzamsel in der Regenrinne

Männliche Schwarzamsel in der Regenrinne

Keine Ahnung, ob es sich bei der männlichen Amsel um den Vater handelte. Die Mutter war es in jedem Fall, den sie flatterte gleich los, suchte wie wild, und dann gabs Futter.

Amsel beim Füttern eines Jungtiers

Amsel beim Füttern eines Jungtiers

Und dann ging die Mutter mit ihrem Jungtier auf Wanderschaft. Der Platz schien ihr zu unsicher.

Schwarzamsel mit Jungtier

Und schließlich verschwand das Kleine im Gestrüpp, während die Mutter weiter Futter suchte.

Jetzt bin ich mal gespannt, wann die Brut der Blaumeise beginnt.

Ein Gedanke zu “Frohe Ostern

Hinterlasse einen Kommentar