Die Vögel singen, die Bienen summen, Blumen und Bäume blühen. Der Frühling steht vor der Tür. Doch das mit dem Singen und dem Summen, und dem Blühen ist so eine Sache…
Hoffmann von Fallersleben schrieb vor Jahrhunderten ein bekanntes Lied. „Alle Vögel sind schon da“
Darin sang er von „Amsel, Drossel, Fink und Star, und der ganzen Vogelschar“, die den Frühling mit ihrem Gesang einleiten.
Doch wie geht es eigentlich der Drossel? Der Amsel? Wie sieht es mit den besungenen Finken und Staren aus? Ganz zu schweigen von der „ganzen Vogelschar“?
In meiner Baumhöhle mit Nistkasten-Kamera hat sich nun wohl ein Blaumeisen-Paar eingenistet. Ich hoffe, es gefällt ihnen so gut, dass sie hier auch ihr Nest bauen werden.


Doch es wird in Teilen relativ ruhig im Geäst, wenn da überhaupt noch Geäst vorhanden ist. Bei uns in der Gemeinde haben sie wieder „tabula rasa“ gemacht, an Gräben ganze Heckenstreifen über 100 m Länge nieder geschreddert. Alte Bäume fallen, Felder werden mit großen Hallen zugebaut, es entstehen immer mehr Schottergärten.
Am 03.03. war Welttag des Artenschutzes. Aber so richtig scheint seine Wichtigkeit noch nicht angekommen zu sein. Artenschutz im Regenwald oder bei den Korallenbänken – ja, das kann man fordern. Aber doch bitte nicht vor der Haustür…
Wenn man sich so manche Argumentationen anhört, so könnte man meinen, es wäre alles in Butter. Ist es aber nicht. Es gibt kleine Refugien, wie z.B. das Laubenheimer Ried, in dem man der Natur noch Platz bietet. Aber das reicht eben nicht aus, wenn man rundherum die Lebensräume lebensfeindlich gestaltet.

Dabei sollte es längst nicht mehr nur um den Erhalt von bestimmten, bedrohten Arten gehen. Wie hier z.B. dem Kiebitz. Es sollte allgemein darum gehen, auch (noch) häufigere Arten zu schützen. Denn während früher Finken und Drosseln ja offenbar noch häufig waren, machen sie sich heute in vielen Regionen rar.

Ich finde es irgendwie befremdlich, dass sich keiner darüber Gedanken macht, wie sehr unsere Vogelwelt von unserem Zutun abhängig ist. Viele Singvögel brauchen künstliche Nisthilfen und auch Zufütterung im Winter. Ansonsten sähe es sehr schlecht für sie aus, und zumindest gingen ihre Bestände zurück. Aber das taucht nie auf in der öffentlichen Diskussion. Dabei zeigt es doch eben, dass wir selbst für die häufigen Arten durch unsere naturferne Gestaltung der Umwelt ein Problem erschaffen.

Artenschutz muss mehr sein, als „nur“ bestimmte, bedrohte Arten zu schützen. Er muss das Problem ganzheitlich angehen. Und Lebensräume eben wieder zu Lebensräumen machen. Damit helfen wir nicht nur den Vögeln, Kleinsäugern, Insekten und anderen Tieren. Wir erhalten auch das, was unsere eigene Existenzgrundlagen aufrecht erhält.




[…] Eier inzwischen alle versteckt und hoffentlich auch schon gefunden wurden, bleibt die Brut bei den Blaumeisen hier noch aus. Allerdings dürfte es nicht mehr lang dauern, bis die ersten Eier im Nest liegen. […]
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