Heute berichtete die Allgemeine Zeitung Mainz über die Rodungsaktion, von der ich letztens hier berichtet hatte. Und hieraus offenbart sich mir das Langstrumpf-Prinzip.

Beim Lesen kam mir der Begriff des „Langstrumpf-Prinzips“ in den Sinn. Was das ist? – Seht selbst…
Zum Thema Fledermäuse: Während wir bemängeln, dass durch den Wegfall der Hecken Leitstrukturen und Nahrungsgrundlagen für Fledermäuse zerstört wurden, spricht die VG-Verwaltung davon, dass am Graben keine Quartiere oder Wochenstuben vorhanden seien. Da es sich hier um Hecken und kleinere Bäume ohne Höhlen oder künstliche Quartiere handelt, waren hier natürlich auch weder Quartiere noch Wochenstuben betroffen. Wohl aber Leitstrukturen und Nahrungsgrundlagen. Die Fledermäuse nutzten diesen Korridor nachgewiesen zur Jagd. Das Gebiet wurde im letzten Jahr mehrfach mit dem Echometer abgegangen und dabei jagende Fledermäuse geortet. Das ignoriert man gekonnt.
Weiterhin wird davon berichtet, dass ein Fachbetrieb die Heckenpflanzen „auf den Stock“ gesetzt hätte. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die Hecken wurden fast bodengleich abgeschnitten und rundherum selbst der Grasbewuchs bis unter die Grasnarbe entfernt. Die lose Erde liegt an der Böschung und wird beim nächsten Regen im Graben landen. Verbliebene Bäume wurden mit der Kettensäge verstümmelt, Äste so abgeschnitten, dass ein Teil des Astes abreißt und somit eine große Wunde entsteht. Andere Äste wurden mehr abgerissen und weniger abgesägt. Bildmaterial zur Dokumentation liegt uns vor. Und dies ist aus Sicht der Verbandsgemeinde fachgerecht?
Ganz klar: Man handelt eindeutig nach dem „Langstrumpf-Prinzip“
Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt…
Doch wir werden diesem Treiben nicht tatenlos zusehen und stets den Spiegel vorhalten, damit das grüne Mäntelchen, das man sich gerne überzieht fällt.

ich drücke euch die daumen, dass ihr mit euren aktionen und spiegeln erfolgreich seid.
LikeGefällt 2 Personen
Danke dir, ich hoffe wirklich, dass wir hier etwas bewegen können.
LikeGefällt 1 Person
So läuft das ja wohl überall. Bei mir hat man ja gerade einen großen Teil alter Schlehen für eine Wegeverbindung platt gemacht, die schon lange geplant war. Naturschutzaspekte sind dabei sekundär. Ich habe zwar noch ein paar Eingaben gemacht, aber eins der wenigen naturbelassenen Flächen hier in der Gegend ist nun weg. Wenn geschnitten wurde früher, dann sah es so aus, wie du es beschreibst. Die Äste werden nicht abgesägt, sondern eher zerfetzt. Sehe ich öfter. Soll wahrscheinlich ein neues Austreiben verhindern?? Auch dieses radikale auf den Stock setzen und dann auf lange Strecken gleichzeitig. Irgendwie ist so vieles kontraproduktiv. So wie das, was du hier schilderst, da sind Fledermäuse, und die anderen nehmen das nicht wahr. Es müßte viel mehr Zusammenarbeit unter Naturschutzaspekten geben. Wir reden von Artensterben und dem Rückgan von Vielfalt und weiterhin macht man mehr kaputt, als daß man gewachsene Strukturen erhält. Vermutlich hätte der Schnitt nicht so radikal ausfallen müssen, wenn man regelmäßig etwas getan hätte. Ich drücke auch die Daumen, daß ihr was bewirken könnt! LG
LikeGefällt 1 Person
Das klingt ja auch nicht gut bei Dir. Dabei sind Schlehen so schön und nützlich – für die Insekten, aber auch speziell für Falter und ihre Raupen. Es ist einfach unbegreiflich, wie man von Artenschutz reden kann, im Regenwald oder anderswo einfordern, und selbst vor der Haustür die letzten Naturflächen platt macht. – Anders kann man es nicht nennen. Ich hoffe, wir kommen hier weiter und können etwas bewirken. Zumindest öffentliche Aufmerksamkeit haben wir schon mal erreicht. Es kamen etliche Rückmeldungen, die unseren Vorwurf unterstützten. LG Torsten
LikeGefällt 1 Person
Ja, vieles ist so wiedersprüchlich und man versteht nicht, wieso man nicht gleich „alles“ berücksichtigen kann oder wenigstens durchdachter an die Projekte rangehen kann. Hier tut sich auch ein wenig was, aber von den vielen alten Schlehen ist nur noch ein Rest vorhanden. Vielleicht treiben Reste wieder aus, wenn die Dürresommer es denn zulassen. Ich hoffe, ihr könnt was erreichen! LG Almuth
LikeGefällt 1 Person
Danke, ich hoffe, die Schlehen erholen sich auch wieder. Und es setzt allgemein ein Bewusstseinswandel ein. Genug Gründe und Hinweise gäbe es ja… LG Torsten
LikeGefällt 1 Person
Hm, es gibt schon einiges an Bewußtseinswandel und dann sind wieder einige völlig befreit davon. Umso wichtiger, weiter drauf aufmerksam zu machen. LG Almuth
LikeGefällt 1 Person
Ja, so ist es. Ich hoffe, es gibt einen echten Wandel LG Torsten
LikeGefällt 1 Person
Wenn es nur nicht so langsam ginge. Ich weiß nicht, ob ich mich wiederhole, aber wenn ich bedenke, daß man heute noch die begradigten Bäche der 70 / 80er Jahre renaturiert…aber immerhin und es ist immer schön zu sehen, wie schnell dann das Leben zurückkehrt. LG Almuth
LikeGefällt 1 Person
Ja, es grenzt schon teilweise an ein Wunder, wie sich die Natur ihren Raum wieder zurückholt und was dort alles auftaucht, wenn man es nur zulässt. LG Torsten
LikeGefällt 1 Person
Zum Glück!
LikeGefällt 1 Person
Ich find es schon gut, sich die Weelt so zu machen, wie sie einem gefällt… doch wem gefällt sowas? Die Hecke hätte mir besser gefallen. Klingt nach extrem schlampig ausgeführter Arbeit. Bewi uns gibt es auch viele Anlagsfirmen oder Gärtner, die einfach Pflanzen beschädigen oder verstümmeln und dann behaupt, die seien beschnitten oder sinnvoll zurückgeschnitten.
LikeGefällt 1 Person
Ja, es ist etwas frustrierend, aber wir bleiben am Ball. Daher ist es auch etwas ruhiger momentan hier auf meinem Blog. Mal sehen was wir bewegen können. 🙂 LG Torsten
LikeGefällt 1 Person