Die Natur braucht Raum – Lebensraum. Gärten bieten hier ein großen Potential. Wenn wir alle der Natur dort mehr Raum geben, können sich – in Kombination mit öffentlichen Landschafts- und Naturschutzgebieten – ganze Lebensadern bilden. Hierdurch stabilisieren sich die Ökosysteme, ein genetischer Austausch verschiedener Populationen einer Art ist möglich. So können wir ganz gezielt dem Artensterben entgegensteuern. Man muss dem Leben nur die Möglichkeit bieten, sich anzusiedeln und schon taucht es auf…
Deshalb habe ich heute auch endlich die selbstgebaute Wildbienen-Nisthilfe aus Lehm installiert. Davor noch ein kleines Sandarium. Und dabei fielen mir die vielen Insekten auf, die auf den Blüten des Giersch saßen.

So sieht das Hotel aus. Ich habe es aus speziellem Lehm mit Faser-Anteilen hergestellt. Dieser wird für den Bau von Fachwerkhäusern verwendet und ist aufgrund seiner Beschaffenheit für Nisthilfen geeignet. Denn er ist stabil genug, um darin Niströhren anzulegen. Aber eben nicht zu fest, sodass die Wildbienen ihre Niströhren selbst in das Mineral treiben können. Ich habe die Löcher in verschiedenem Durchmesser in den leicht getrocketen Lehm gedrückt, jedoch nur 0,5 bis 1 Zentimeter tief. Die Äste zwischen den vier Lehmklötzen, die auf dem Bild zu sehen sind, dienen zur Stabilisierung, damit der Lehm nicht eines Tages aus dem Rahmen fällt. Nach oben hin habe ich eine Plexiglas-Scheibe installiert, damit kein Wasser in den Bereich fließen kann. Zur Seite hin (es ist die Wetter-Seite) habe ich ein Stück Holz befestigt, damit auch von dort kein Regen in das Hotel eindringen kann. Die Unterkante liegt etwa 50 Zentimeter über dem Boden, und vor dem Hotel befindet sich ein etwa 40×40 Zentimeter großer Bereich, in dem ich Sand und feinen Split eingebracht habe: Eine Art Sandarium für im Boden nistende Bienen und Wespen.

Das Hotel habe ich hinterm Teich installiert, direkt neben der Eidechsenburg. Es hat eine Süd-Ausrichtung und bekommt daher relativ lange Sonne ab.




Im hinteren Bereich des Gartens werde ich noch einen Trockenbereich anlegen, mit Sand- und Steinflächen, sowie entsprechender Bepflanzung. Das mögen speziell Schmetterlinge, aber auch Wildbienen, Wespen – und natürlich Eidechsen. Die bekommen eine neue Trockenmauer.
Der Nabu hat hierzu wieder ein paar Tipps parat. Und ich habe zum Glück auch das Buch „Ein Garten für Eidechsen“ aus dem pala-Verlag, das ich wirklich nur empfehlen kann. – Das ist übrigens keine bezahlte Werbung. 🙂

Sehr schönes Insektenhotel !
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Danke. 🙂 Jetzt hoffe ich mal, dass es auch von den Bienen angenommen wird. Ich hatte es bereits Anfang des Jahres gebaut, aber irgendwie hatte ich mich vorm Installieren gedrückt. Ich war mir nämlich nicht sicher, wie ich es stabil anbringen soll, da es doch relativ schwer ist. Jetzt hat es aber mit einem kräftigen Metallstab geklappt, das Hotel liegt zudem auf Ziegelsteinen. Es ist also stabil genug und wackelt auch nicht, wenn es mal etwas windiger wird.
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Super !
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Natürlich ist es sinnvoll, so ein Insektenhotel zu bauen, wenn man in einer ganz normalen Siedlung mit kleinen Gärten wohnt, wo alle spritzen.
Bei uns ist es aber nicht notwendig, denn wenn alles wild ist, sind alle Tiere und Insekten sowieso da – und zwar in grossen Scharen.
Wir machen das eher so, wie auf Deinem neusten Post zu sehen ist: lassen alte Bäume und alles mögliche einfach liegen, wenn sie nicht im Weg sind und die Natur macht immer das Beste draus. Du wirst nicht glauben, wie viele Bäume, die noch leben und fleissig Obst tragen, ganz viele Löcher haben, die anscheinend bewohnt sind. Manchmal siehst du da ganz wiutzige Sachen, wie beispielsweise ein Eichhörnchen, das eine Eichel oder eine Nuss nicht ganz reinbekommen hat…
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Ja, bei uns ist es leider runderhum sehr aufgeräumt. Ich lasse auch Totholz liegen, der Baumstamm einer Walnuss steht bereits seit 15 Jahren im Garten und jedes Jahr nistet darin eine Blaue Holzbiene, und bestimmt noch ganz viele andere kleine Insekten. Das bringt mich mal auf die Idee, genauer hinzuschauen demnächst… 🙂 Jedenfalls sieht es rundherum in vielen Gärten leider anders aus. Da gibt es fast kein Totholz und lehmige Hänge haben wir auch nur noch selten. Und wenn, dann werden sie durch die Pestizide vergiftet, die hier im Weinbau eingesetzt werden. Es gibt nur noch sehr wenige kleine „Inseln“ auf öffentlichen Flächen, auf denen die Natur einigermaßen sich entwickeln kann. Und diese Flächen liegen dann meist mitten in den Weinbergen, also sie sind umgeben von ökologischen Wüsten. Das macht ihren Bestand umso schwieriger.
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[…] kurzem hatte ich über meine kleine Lehm-Nisthilfe berichtet, in die übrigens jetzt bereits erste Bienen bauen. Ich hatte zur Herstellung speziellen […]
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Ja, beginne schon zu verstehen, dass dein Garten und deine Umgebeung ganz anders sind als bei uns. Aber toll, was du da alles machst, um wieder Ökologie reinzubekommen. Wenn doch nur alle Menschen so denken und so handeln würden
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Ich spüre hier in der Gemeinde ein Umdenken wie vorher nie zuvor. Zumindest in Teilen der Bevölkerung. Manche denken, sie könnten die Welt retten, wenn sie eine Saatgutmischung in einem Blumenkübel auf der Fensterbank einsäen würden und nehmen dann auch noch Blumen, die gar nicht sinnvoll sind für die Insekten. Oder sie kaufen eines dieser Insektenhotels in Baumärkten, die von Wildbienen gar nicht angenommen werden, und die auch noch mitten im Regen hängen. Aber wenigstens ist das Bewusstsein da und das heißt, die Menschen beginnen sich damit zu beschäftigen. Ich hoffe, dass wir auch mit unserer Naturschutzgruppe ein bisschen dazu beitragen können.
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