Wenn der Rhein früher, als ich noch Kind war, mal Niedrigwasser führte, bin ich immer zum Seitenarm zwischen Nackenheim und Nierstein gegangen, habe dort Muscheln gesammelt. Und schöne, vom Wasser geformte Sandsteine. Es kam nicht so oft vor, dass man die Sandbänke und das Flussbett trockenen Fußes betreten konnte. Heute ist das öfters der Fall – dem Klimawandel sei Dank. Und man findet dort nicht mehr nur Muschelschalen und Steine. Heute hat sich mir eine breite Auswahl an Sammel-Gegenständen geboten. Und das war nur der Rest: Ein anderer Sammler war mir zuvor gekommen…
Bei meiner Ankunft stand er schon da, mit einem blauen Plastiksack auf dem Gepäckträger und sagte, er habe richtig gute Ausbeute gemacht… Gold habe er keines gefunden, nur Müll.
Und ich konnte mich trotz seiner Müll-Sammelaktion davon überzeugen, dass viele Menschen einfach rücksichtslose Egoisten sind! Ich entschied spontan, mich seiner nachahmungswürdigen Aktion anzuschließen, sammelte zwei Flaschen (PET- und Glasfalsche), ein Elektrobauteil, ein Plastikband, ein Stück Plastikfolie und einen Getränkeverschluss. Mehr konnte ich leider nicht tragen…
Das war natürlich nicht viel, aber besser als gar nichts. Und hätten die vielen anderen Spaziergänger nur ein Stück Müll aufgehoben und entsorgt, der begehbare Teil des Flussbetts wäre vom sichtbaren Müll befreit gewesen.
Plastikfolie braucht etwa 50 Jahre zum Verrotten, das Papier eines Schokoriegels bis zu 200 Jahre, eine PET-Flasche 450 Jahre und eine Glasflasche kann theoretisch bis zu einer Million Jahre überstehen, ohne sich zu zersetzen…
Wenn sich Kunststoffe zersetzen, zerfallen sie und geben Giftstoffe an die Umwelt ab, werden von Tieren und Pflanzen aufgenommen, was sie krank macht.
In den Flüssen schwimmt millionenfach Müll. Dabei ist der Rhein wie alle anderen flüsse ein Lebensraum für viele Tiere, liefert den Anliegern Trinkwasser und ist keine Müllhalde!




Wieso landet trotzdem noch immer so viel Müll in den Flüssen? Und ich frage mich, wenn schon so viele große Müll-Teile im Flussbett liegen, wie es mit dem Mikroplastik ist. Das kontaminiert die Umwelt, macht Tiere und Pflanzen krank, und am Ende auch den Menschen. Und trotzdem darf es weiterhin in Zahnpasta, Körperpflegeprodukten, Reinigungsmitteln und vielem mehr eingesetzt werden… Und wird vor allem gekauft!

Toll! Bin dabei…
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[…] ein Haus daraus. Dieser sehr gute Spruch kam mir in den Sinn, als ich im letzten Sommer durch das ausgetrocknete Flussbett des Rheins bei Nierstein spaziert bin, und dabei allerhand Müll fand. Ich suchte vergeblich nach passenden […]
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[…] des Rheins erhielt man letztes Jahr, wenn man beim Niedrigwasser durchs Flussbett ging… Gehört das in den Rhein rein? Und dieser Müll war am Ende nur die „Spitze des […]
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[…] Die Vergangenheit hat uns gezeigt, wie sehr sich diese Ereignisse häufenm wie 2017 und 2018. Mit dem Wasser verschwindet dann nicht nur die Funktion des Transportweges, auch nicht nur das […]
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[…] den letzten Jahren gab es auch bereits regelmäßig Niedrigwasser. Jedoch nicht so […]
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