Plastikvermeidung – Versuch 2

Erst mal ein frohes neues Jahr!

Nun habe ich einen zweiten Versuch gestartet, Plastikmüll zu vermeiden. Teilweise ist es mir gelungen, teilweise habe ich keine Alternative gefunden.

Gläser

Im ersten Schritt habe ich einen Marmorkuchen gebacken, anstatt auf verpackte Fertigware zurückzugreifen. Dabei habe ich auch wieder darauf geachtet, dass die Zutaten möglichst nicht in Plastik verpackt waren. Resultat: Bis auf die Margarine konnte ich alle anderen Zutaten in Papierverpackung kaufen. Dabei habe ich auch noch darauf geachtet, dass die Produkte bio-zertifiziert sind. Das ist besonders auch bei Kakao und Zucker wichtig. Konventionelle Produkte sind nicht nur oftmals schädlich für die Natur vor Ort. Ihre Produktion schädigt auch die Arbeiter auf den Plantagen und die Anwohner in der Umgebung. Sie werden krank durch ausgebrachte Pestizide und andere Mittel, ihre Flüsse und Seen werden belastet. Zudem werden in vielen Plantagen konventioneller Hersteller die Menschen ausgebeutet, zu Billiglöhnen beschäftigt, Kinderarbeit ist an der Tagesordnung. Zwar garantieren Bio-Produkte nicht zwingend faire Arbeitsbedingungen. Aber alleine die nicht vorhandene Belastung mit Giften erscheint mir als so wichtig, dass ich Bioware benutze. Hinzu kommt ja auch, dass konventionell erzeugte Produkte oftmals auch mit Giften belastet sind und diese dann auf unseren Tellern landen…

Eine weitere Besonderheit an meinem Kuchen: Mir war es wichtig, dass ich ihn nicht binnen wenigen Tagen aufessen und neuen backen muss. Er sollte für eine gewisse Zeit haltbar sein und einen kleinen Snack z.B. Schokoriegel, die in Plastik verpackt sind, ersetzen. Deshalb habe ich so genannte Cupcakes gebacken. Die verschließbaren Gläser habe ich etwa zur Hälfte mit Teig gefüllt, dann gebacken und schließlich mit einem Deckel verschlossen. So hält sich der Kuchen theoretisch über Monate – praktisch wird er bei mir nicht so lange halten… 🙂

Auch beim weihnachtlichen Plätzchenbacken habe ich dieses Jahr auf die Reduzierung von Plastikabfall geachtet. Hier hatte ich auch wieder das Problem, dass Margarine nur in Plastikverpackungen angeboten wird. Auch Zimt für die Zimtsterne habe ich nur in Plastikverpackung erhalten. Dafür habe ich ganze Mandeln gekauft, anstatt die gemahlene verpackte Version. Es war etwas mehr Arbeit, 200g Mandeln zu knacken, aber dafür war das Aroma umso besser. Natürlich waren es Bio-Mandeln, die zudem aus Italien stammten. Auf der Suche nach einem Angebot regionaler Mandeln (in der Pfalz werden beispielsweise welche angebaut) wurde ich leider nicht fündig.

Mandeln1

Dafür konnte ich bei meinem Zitronenkuchen, den ich ebenso fürs Weihnachtsfest gebacken habe, eine regionale Frucht einsetzen: Denn an meinem Zitronenbaum, der bei mir schon seit einigen Jahren im Container wächst, hing nämlich eine leckere Zitrone, garantiert giftfrei angebaut…

 

 

Meine beiden Versuche Plastik zu vermeiden haben mich für das Thema sensibilisiert. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, Plastikmüll zu vermeiden: Der Kauf von Milch und Joghurt in Flaschen und Gläsern, von Käse am Stück, von Zahnbürsten aus Bambus,… Alles in allem scheint die eigene Herstellung von Produkten, die längere Nutzung von Qualitätsware anstatt von kurzlebiger Billigware, sowie der Verzicht auf Plastiktüten beim Bäcker oder im Supermarkt sehr viel Potential zu bieten. Zudem können einige Verpackungen auch ein „zweites Leben“ erfahren.

So kaufe ich seit längerem lieber löslichen Bio-Kaffee in Gläsern, anstatt in Plastiktütchen als Einzelportionen verpackt. Wenn sie leer sind lassen sich die Gläser hervorragend in der Küche als Aufbewahrungsgefäße nutzen. Müsli, Bohnen, Reis und Nudeln sind darin genauso gut aufgehoben, wie in irgendwelchen Tupper-Dosen, die zudem auch noch teuer sind.

Ich werde sporadisch weiter Versuche starten und möchte in Kürze selbst einen Schnittkäse herstellen. Denn ich finde einfach, es ist absolute Verschwendung, fünf Scheiben Käse in einer dicken Plastikverpackung zu verkaufen. Hinzu kommt, dass zumindest konventioneller Käse mit Milch aus der Massentierhaltung produziert wird. In ihm steckt zudem Kälberlab, das von einem Tier aus der Massentierhaltung stammt. – Oder man findet sogar Lab im Käse, das von genetisch veränderten Bakterien produziert wurde. Und dies muss nicht mal deklariert werden! Die Rinde eines Käses wird oftmals mit einem Fungizid behandelt, das u.a. auch gegen Fußpilz eingesetzt wird…

Das sind für mich alles Gründe, selbst die Herstellung eines Käses zu versuchen… In Kürze dazu mehr!

2 Gedanken zu “Plastikvermeidung – Versuch 2

    • Hallo, das ist auch absolut meine Meinung. Letztens gab es eine Schlagzeile in einem großen Nachrichtenmagazin, die die Frage stellte, ob Gott ein Irrtum wäre und der Mensch durch Zufall entstanden sei. Dabei glaubt man wenn man sich umschaut manchmal, nicht Gott war der Irrtum, sondern der Mensch…

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