Ein frohes und gesundes neues Jahr! Ich habe die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um zur Ruhe zu kommen. Dabei hilft mir auch der Blick in die Nacht. Zwischen so viel Schwärze schimmert das Licht unzähliger ferner „Sonnen“.
Die Ursiden waren ein Schauspiel, das ich beobachten und fotografieren konnte. Am 3.1. war der erste Vollmond des Jahres zu bewundern. Und fast eine Stunde nach Mitternacht leuchtete nicht nur der Erdtrabant in mein Schlafzimmer. Ich sah auch Jupiter, der in der Nähe des Monds zu finden war. Also stand ich auf, schlafen konnte ich schließlich noch oft genug. Ich stellte die Kamera mit Stativ auf und fotografierte durch die Dachfenster.
Nicht nur den Erdmond und den Gasriesen Jupiter erwischte ich. Ich erkannte auch Orion und schnell kam mir eine Idee in den Sinn. Wollte ich nicht letztens den Orion-Nebel beobachten? Mein Teleskop konnte ich jetzt nicht aufbauen. Aber vielleicht reichte auch die Spiegelreflex-Kamera aus?

Und wenn ich erst mal beim Fotografieren bin, vergesse ich die Zeit.
In dieser Zeit kamen mir auch ein paar Gedanken in den Sinn. Gedanken über das Leben. Über aktuelle Entwicklungen von Staatschefs, die glauben alles machen zu dürfen. Sei es in Russland, sei es in den USA, oder bei anderen Größenwahnsinnigen.
Schaut man sich diese gewaltige Unendlichkeit des Universums an, wirkt das überhebliche, egoistische und prahlende Handeln wie das Trommeln auf die Brust von Gorillas im Zoo hinter der Glasscheibe.
King-Kong kann noch so trommeln. Angesichts der menschlichen Überheblichkeit gegenüber der Unendlichkeit des Universums wirkt das Handeln absurd. Diese Möchtegern-Herrscher beherrschen nicht einmal ihre eigene Wahrnehmung. Ansonsten wäre ihnen klar, dass auch sie am Ende nicht mehr sind, als ein kleines Sandkörnchen an einem riesigen Strand, das eines Tages weggespült wird. Auch sie sind nicht unsterblich.
Und wenn man sich überlegt, mit welchem unglaublichen Glück jeder Einzelne von uns gesegnet ist: Ich glaube, vielen von uns ist es nicht bewusst. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass gerade wir existieren und zum Himmel schauen ist derart unwahrscheinlich, dass es an ein Wunder grenzt.
Warum?
Dazu muss man in die Urzeiten der Erde zurückblicken. Diese ursprünglich lebensfeindliche Kugel inmitten eines lebensfeindlichen Weltalls ist alleine ein Wunder an sich. Auf ihr entstand vor unglaublich langer Zeit eine Ursuppe, aus der Aminosäuren und andere Stoffe den Startschuss des Lebens eingeläutet haben. Vielleicht ja durch den Einschlag von Meteoren oder Asteroiden, die die Spuren des Lebens aus dem All brachten.
Es entwickelten sich nach und nach Atmosphäre, Wasser, Algen, Pflanzen, Tiere, …
Das Leben trotzte den extremen Bedingungen. Irgendwann kamen die Dinosaurier auf die Bühne des Lebens, neben ihnen auch Säugetiere.
Ein dicker Asteroid vor 65 Millionen Jahren brachte kein Leben sondern den Tod. Es kam zu einem der fünf riesigen Artensterben, welches die Erde bis heute überstanden hat.
Die Dinos existierten minimiert weiter, auch die Säuger entwickelten sich weiter, irgendwann kamen die Primaten, aus denen entstanden die Vorläufer des Homo Sapiens.
Seit etwa 300.000 Jahren existieren wir als Homo Sapiens. Das sind durch Anthropologen geschätzte 10.000 bis 12.000 Generationen. Während dieser Generationen gab es Eiszeiten, biblische Katastrophen, Seuchen, unzählige Kriege, Völkerwanderungen, Vertreibungen, die meiste Zeit keine moderne Medizin, zwei Weltkriege. Und trotzdem stehe ich heute da und schaue an den Himmel. Als eine der nachfolgenden Generation, als eine von mindestens 10.000 Generationen, die wiederum Millionen vorhergehender Generationen überleben mussten und die genetischen Eigenschaften vererben.
Ist das nicht absolut unglaublich?
Und ist es nicht auch unglaublich, dass sich viel zu viele dieser Nachfahren unglaublicher Entwicklungen einfach nicht über das Wunder erfreuen? Sondern dass sie lieber versuchen, es anderen möglichst schwer zu machen, sie zu vertreiben, zu enteignen, zu töten, zu unterdrücken.
Mehr noch: Sie zerstören durch ihr Verhalten die Zukunft vieler Arten, auch der Menschheit.
Das Leben auf der Erde hat bisher jedes Artensterben überstanden. Auch das vom Menschen verursachte Sterben wird die Erde überleben. Nur eben ohne die menschliche Zivilisation.

