Natur schützt

Am 10.10. war Mental Health Day. Die Welt ist schon seit einiger Zeit sehr herausfordernd für unsere psychische Gesundheit. Was das genau bedeutet und wie die Natur uns helfen kann, darum geht’s hier.

Kriege, Klimakatastrophe, das größte Artensterben seit den Dinosauriern, gewaltige Müllstrudel in den Weltmeeren, überall Mikroplastik, verseuchte Lebensräume, Seuchen, Krankheiten, soziale Konflikte, gesellschaftspolitische Umbrüche, Stress und Hektik, …

Vieles strömt in unsere Wahrnehmung. Es folgen Dauerängste, Niedergeschlagenheit, Resignation oder das Gefühl von Kontrollverlust.
Das wiederum begünstigt in chronischer Form Krankheiten wie Angststörungen, Depressionen, aber auch Herz-Kreislauferkrankungen mit Herzinfarkt und Schlaganfall. Stress schwächt unser Immunsystem, was wiederum Infektionen und auch Krebserkrankungen begünstigt.

Und nun? Angesichts dieser Aussichten kann man einen Teufelskreislauf erkennen. Denn die Vorstellung von Krankheiten sorgt natürlich wieder für Ängste, es stresst und belastet uns.

Raus in die Natur

Angesichts all dieser Last lohnt ein Gang in die Natur.
Eine Kohlmeise singt, es zirpt ein Grashüpfer, es summen Bienen, oder Blätter rauschen im Wind. Das klingt paradox, doch hat das Max-Planck-Institut festgesellt: Schon sechs Minuten Vogelzwitschern fördert die mentale Gesundheit deutlich.

Kiebitz im Flug

Soll das so einfach sein? – Nein, es ist natürlich ein Prozess, auf den man sich einlassen muss. Doch ist es die Heimat, in die wir uns begeben, wenn wir uns darin versinken lassen. Der Mensch stammt evolutionär aus dem Wald und der Savanne. Ganz natürlich hilft uns diese Umgebung nachgewiesen enorm. Auch wenn das vielen nicht bewusst ist, tief in unserem Innern spüren wir, was uns fehlt. Und klar wird uns dieses, wenn wir uns auf die Natur einlassen.

Selbstwirksamkeit

Aber es geht noch darüber hinaus. Denn neben der Natur wirkt sich ein weiterer Faktor auf das psychische Wohlbefinden aus: Das Gefühl der Selbstwirksamkeit

Vor Jahren wurde eine Schulklasse bei einem Erdbeben in einer Höhle eingeschlossen. Erst nach Tagen konnten sie alle befreit werden. Die Entwicklung der Kinder wurde einige Zeit nach dem Ereignis beobachtet. Die meisten benötigten eine psychologische Behandlung, litten an einer traumatischen Störung. Nur ein Junge war weitgehend beschwerdefrei.
Man fragte sich warum und entdeckte, dass er der Einzige war, der ins Handeln kam und versuchte, die Steine wegzuräumen. Zwar hatte er keinen großen Erfolg damit, doch er packte an. Allein diese Tatsache nahm ihm die Hilflosigkeit und konnte damit viel besser mit der Situation umgehen.

Noch konkreter können wir selbstwirksam werden. Wir können z.B. ein Schmetterlingsbeet anlegen, eine Wildbienen-Nisthilfe bauen, können Bäume pflanzen oder Sträucher, aktiv im Naturschutz mitarbeiten. Wir können Igel in Not füttern oder Nistkästen bauen.
Ein solches Projekt das entfaltet eben nicht nur eine Wirkung im Außen, sondern auch eine Wirkung im Inneren. Das Engagement und die Zielerreichung, die sinnvolle Arbeit – vielleicht sogar noch im Team: All das ist auch Bestandteil der Theorie des Wohlbefindens der Positiven Psychologie

Wohlbefinden hat fünf messbare Elemente
Positives Gefühl
Engagement
Beziehungen
Sinn
Zielerreichung

Also rettet man nicht nur mit jedem Projekt ein Stück weit die Natur, sondern fördert auch seine mentale Gesundheit.

Da mich dieses Thema so packt, starte ich nun 2026 mit meiner Firma MachMalMut auch mit dem Naturcoaching. Ich bin gespannt, welche spannenden Erfahrungen ich in diesem Bereich machen darf.
Mehr zu meiner bisherigen Arbeit in der Naturpädagogik findet ihr unter www.machmalmut.de

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