Die Botschaft des Eichhörnchens

Einen schönen 1. Mai euch allen! Heute ist zwar Tag der Arbeit, aber davon hielt das Eichhörnchen nichts. Erst hat es sich ordentlich den Bauch vollgeschlagen, und dann auf einem Ast einige Etagen höher ein Mittagsschläfchen gehalten. Mit den Tieren bringt man gerne Vergesslichkeit in Verbindung, da sie mehr Nüsse eingraben als finden. Doch steckt dahinter vielleicht ein höherer Sinn?

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der uns immer öfter begegnet.
Sei es nun als Greenwashing-Kampagne von Konzernen oder der Politik, die zwar das Wort kennen, aber nicht die überzeugte Tat.
Oder auch als echte Überlegungen und Handlungen, wie man mit den begrenzten Ressourcen derart schonend umgehen kann, damit sowohl die Menschheit eine Zukunft hat, als auch viele andere Tier- und Pflanzenarten dieser Welt.

Im Thema Nachhaltigkeit werde ich mich auch noch intensiver engagieren, denn vor kurzem begann meine Ausbildung zum Nachhaltigkeits-Botschafter Rheinland-Pfalz.
Ziel dabei ist es, Nachhaltigkeitsthemen in die Kommunen zu tragen, Vorträge anzubieten, im Gemeinderat Themen einzubringen und vor allem natürlich: Bei sich selbst mit dem nachhaltigen Handeln zu beginnen, um aufzuzeigen, dass und wie es möglich ist.
Im Endeffekt ist diese „Graswurzel-Bewegung“ wohl die erfolgsversprechendste Art, Missstände anzugehen, zu ändern, Menschen zum Handeln zu bewegen und zu motivieren. Und schließlich auch die Politik vom Wort zur Tat zu bewegen.

Ich möchte jedoch das Thema „Nachhaltigkeit“ noch weiter fassen, bis hin zum Streben nach Glück und Erfüllung. Aus der Positiven Psychologie stammt die Abkürzung „PERMA“, deren Buchstaben für bestimmte Begriffe stehen. Diese werden für ein erfülltes, beseeltes Leben als wichtig angesehen:

P ositive emotion (Glück, Erfüllung)
E ngagement (Aufgehen in einer Tätigkeit, auch FLOW genannt)
R elationships (positive Beziehungen zu Menschen)
M eaning (Bedeutungen, die wir dem Leben und einzelnen Ereignissen zuschreiben)
A ccomplishment (eigene Erfolge beruflich und privat)

Speziell das Engagement, und damit verbundene positive Emotionen, erscheinen mir immer wichtiger. In den FLOW zu kommen gelingt mir bei vielen Arbeiten in der Natur, aber auch beim Schreiben und bei der Naturfotografie.
Die Erfolge und ihre Bewertung als solche stehen auch mit dem FLOW in Verbindung. Arbeite ich z.B in einem Bereich, in dem ich überhaupt nicht in einen FLOW komme, der mich vielleicht sogar belastet, werde ich weniger Erfolge verzeichnen. Und wenn sich ein Erfolg einstellt, wird er keine großen positiven Emotionen auslösen.

Eichhörnchen am Futterautomat

Ich empfinde es als wichtig und nachhaltig, nach Glück und Erfüllung zu streben. Und deshalb ist mein beruflicher Neustart auch ein Schritt zu mehr ganz persönlicher Nachhaltigkeit im Umgang mit meinen Ressourcen, meiner Gesundheit und meinen Gefühlen.
Am Anfang erscheint der Weg natürlich etwas unklar, keiner kann schließlich in die Zukunft sehen. Und ohne Zweifel läuft es natürlich auch nicht ab.

Eichhörnchen am Futterautomat

Doch ist ja vielleicht gar nicht die Suche nach dem Ziel in der Zukunft sinnvoll, da es nur ein Stochern im Nebel sein kann. Vielleicht ist es eher wichtig, die einzelnen Etappenziele anzugehen, die deutlich klarer sind. Um dort zu schauen, wie sie sich entwickeln. Um dann entscheiden zu können: Was hat Potential, was lasse ich wachsen. Und was grabe ich wieder aus, um seine Energie und seine Erfahrungen für den weiteren Weg zu nutzen.

Ein bisschen wie das Eichhörnchen, das einen Teil der versteckten Nüsse ausgräbt, während es die anderen vielleicht absichtlich dort belässt. In dem Wissen, dass sie keimen werden und als neue Bäume ihm und seinen Nachkommen die Zukunft sichern.
Ja, vielleicht ist das Eichhörnchen gar nicht so vergesslich, sondern in Wahrheit der Inbegriff von Nachhaltigkeit?

Eichhörnchen am Futterautomat

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