Von der Eiersuche

Gerade war wieder Eiersuchen angesagt, versteckt vom „Osterhasen“. Und auch das Leben bietet immer mal wieder schöne, „leckere“ und überraschende Eier. Aber das müssen nicht die knallbunten sein.

In der letzten Zeit habe ich einige Vorbereitungen für meine künftige Selbständigkeit getroffen. In der Naturpädagogik möchte ich einiges anbieten, aber auch als Naturcoach. Zur Existenzgründung gibt es eine Beratung, und jede Menge zum Überlegen. Binnen 8 Wochen soll diese Beratung zur Existenzgründung führen, oder eben nicht. Ich finde das schon sehr sportlich, speziell wenn man noch ein paar Wochen davon mit den Folgen einer „Corona-Infektion“ zu kämpfen hatte, so wie ich.

Dann fand noch einiges drumherum statt: Pflanzung einer Streuobstwiese durch unsere Naturschutzgruppe Bodenheim mit der Grundschule und dem BUND Mainz-Bingen, Anlage eines Blühstreifens beim Evangelischen Gemeindezentrum in Nackenheim, manuelle Therapie wegen blockierten Brustwirbeln, Tierarzt- und Tierheilpraktiker-Termine mit meiner Katze, und Qi Gong-Ausbildung. Dann ist Willi der Igel wieder aus seinem Winterschlaf erwacht und möchte jeden Tag einen sauberen Käfig.
Und zuletzt bot ich noch die ersten bezahlten Termine in der Naturpädagogik an, ohne dass ich bisher eine Firma gegründet habe oder großartig Werbung gemacht hätte.

Bei all dem teils hektischen Treiben habe ich versucht, mich von den Medien fern zu halten, da es hier auch immer was Neues gibt. Und letztens habe ich etwas Verblüffendes erfahren, was mir doch zu denken gegeben hat:

In einer Wochenendausgabe der New York Times stecken so viele Informationen, wie sie ein Mensch vor 300 Jahren in seinem gesamten Leben erfahren hat.

Ist das nicht unglaublich?

Ich denke, das sagt alles aus. Und unser Gehirn ist für so eine Datenflut gar nicht geschaffen. Zumal sie ja auch in Dauerschleife stattfindet. Da braucht man sich nicht über unruhige, überforderte Menschen zu wundern, oder herum zappelnde Kinder. Umgekehrt ist es für viele inzwischen unerträglich, wenn sie aus einer Großstadt in die Natur kommen, in der es nachts absolut still ist. Oder wenn sie einen Tag ihr Smartphone nicht nutzen. Digital Detox ist hier eine gute Möglichkeit, einfach mal abzuschalten. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn es nicht schon zur Sucht geworden ist.

Allgemein ist die Achtsamkeit auch eine gute Möglichkeit, den Kopf klarer zu bekommen und einer Reizüberflutung vorzubeugen. Deshalb habe ich eine feste Routine in mein Leben integriert: Ganz präsent zu sein beim Zähneputzen. Klingt komisch, ist aber wirklich eine Möglichkeit, das in der Achtsamkeit als „Affengeist“ bekannte Hin- und Herspringen der Gedanken zu stoppen.
Seit einiger Zeit meditiere ich auch wieder regelmäßig.

Eine weitere Möglichkeit, die ich schon länger praktiziere, ist die Makro-Fotografie der Natur. Nichts entspannt mich mehr, als mit der nötigen Langsamkeit und Ruhe einen Käfer oder ein anderes Insekt in seiner Schönheit zu fotografieren. Die Makro-Fotografie ist für mich zudem ein Sinnbild für Glück. Das ist nämlich genauso scheu wie ein Bläuling. Wenn man sich ihm ganz vorsichtig nähert und es in seiner Schönheit genießt, dann ist es länger präsent. Wenn man ihm allerdings hinterher hechtet, da man es unbedingt haben möchte, flattert es davon und lässt einen unglücklich zurück.
Neben der Makro-Fotografie eignen sich natürlich die unterschiedlichsten Hobbys oder Tätigkeiten, ganz bewusst in einem Augenblick zu sein. Der eine singt im Chor, der andere spielt ein Instrument mit aller Hingabe, der nächste puzzelt, und ein anderer strickt, malt oder arbeitet mit Ton.

Für mich sind es oft zunächst unsichtbare und unscheinbare „Eier“, die ich suche und in Form von winzigen Insekten, Schnecken, Flechten oder Pilzen entdecke. Inmitten einer Welt, in der es immer mehr Informationen in Form von „knallbunten Eiern“ gibt, aber immer weniger Zeit der Verarbeitung und Reflektion.

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