Es war ein bisschen schwierig ihn zu finden, diesen Steinbruch nahe Gundersheim in Rheinhessen. Der hüllte sich nämlich in dichten Nebel. Bei 2°C und Wind war es auch nicht wirklich warm. Doch in 500 Metern Entfernung vom Ortsrand lag er dann: Dieser ehemalige Kalksteinbruch, der heute ein Naturschutzgebiet ist.
Gegenüber des vom BUND für Umwelt und Naturschutz betreuten Gebiets gab es zunächst einen „Lost Place“ zu entdecken. Ich schätze, es handelt sich hierbei um ein Gebäude des Steinbruchs, in dem bis in die 50er Jahre noch Kalkstein abgebaut wurde. – Vielleicht ein Wiege-Haus?

Wie auch immer hat längst die Natur Einzug gehalten. Bäume wachsen zwischen den Mauern, Wände sind übersät von Moosen. Und auch mancher Schmutzfink hat seine Handschrift hinterlassen. Es gibt sehr schöne Graffitis, aber hier war keines dabei…

Rund ums Gebäude wachsen sehr viele Pflanzen, so z.B. auch diese Distel, die noch in voller Blüte steht.

Jetzt gings aber los auf den Rundweg durch das Naturschutzgebiet „Kalksteinbrüche Rosengarten“.
Gleich zu Beginn fiel mir eine hohe Vielfalt an Flechten auf, die auch verhältnismäßig groß an den Ästen wuchsen. Das Vorkommen von vielen verschiedenen Flechten ist übrigens ein Indikator dafür, dass die Luft gut ist und keine große Verschmutzung herrscht. Ich nahm daher einen kräftigen Atemzug. 😉

Hier erkennt man Moos, das von Tautropfen übersät ist. Kein Wunder bei diesem Nebel. Man sieht hier auch noch die einzelnen Kapseln, in denen die Sporen heran reifen, mit denen sich das Moos vermehrt. Das sind die gebogenen Stengel, die aussehen wie noch nicht offene, welkende Tulpenblüten.

Und jetzt ein Blick in die Weite. Die Felsen und Hügel liegen tief im Nebel. Schön gespenstisch, ein wenig komme ich mir vor wie in den schottischen Highlands.

Im Frühling und Sommer blühen hier Karthäusernelken und viele andere seltene Wildblumen. Das hier ist scheinbar ein Naturparadies.

Schlehen und andere Sträucher tragen noch einen Teil ihrer Beeren, die Vögel freuen sich.

Auf dem Weg zurück entdecke ich dieses Blatt voll mit Tautropfen. Kleine große Wunder der Natur…

Auch außerhalb des Naturparadieses lässt man der Natur Raum. Hier blühen auf einem Feld Disteln, Kamille, Schafgarbe und Ringelblumen.

Wieder zu Hause angekommen gabs erst mal einen warmen Kaffee und den guten Vorsatz fürs nächste Jahr, hier im Frühjahr wieder vorbei zu schauen. Ich kann es kaum erwarten.

hat sich gelohnt, dass du hingefahren bist. tolle bilder.
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Ja, finde ich auch. Erst habe ich mich ja ein bisschen geärgert, dass es ausgerechnet an diesem Tag so neblig war. Aber dann war es, wie ich finde, ein Segen. Denn der Nebel hat den Ort in eine besondere, magische Atmosphäre gehüllt. Manchmal ist das vermeintlich Negative tatsächlich das Positive. 🙂
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nebelfotos sind immer etwas besonderes, finde ich. insofern: da hast du glück gehabt, dass es neblig war! 🙂 und zu deinem letzten gedanken: ja! 🙂
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Sehr schöne Fotos. Es ist immer wieder beeindruckend, wie schnell die Natur sich einen vom Menschen leer gelassenen Platz zurück erobert.
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Danke 🙂 Der Ort war wirklich wunderschön und ich finde immer, an solchen Plätzen sieht man das Wunder des Lebens ganz deutlich. Und man sieht die Möglichkeit, was die Natur alles leisten kann, wenn man sie denn nur einfach mal lassen würde.
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Ein wunderbarer Ort wie es scheint.
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Ja, ich bin wirklich froh ihn entdeckt zu haben. Es schwebte fast schon ein bisschen Magie in der Luft, die Hügel inmitten des Nebels und die schönen Formationen. Ich bin richtig gespannt, wie es im Frühjahr und Sommer dort aussehen wird. Wahrscheinlich gibt es doch auch sehr viele seltene Wildblumen und Insekten.
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[…] habe ich genutzt und noch mal den Kalksteinbruch im rheinhessischen Gundersheim besucht. Hier war ich bereits im letzten Herbst, damals war es extrem neblig und die Felsformationen boten ein mysteriöses aber schönes Bild. Und […]
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