Am 9. November 1938 passierte etwas Schreckliches und leutete zugleich eine Zeit des Leides, des Todes, des Untergangs und der Teilung ein. Ich möchte diesem Gedenktag heute einen Post widmen – eben um zu gedenken und zugleich zum Aufstehen aufzurufen. Ich denke, das ist angesichts der Entwicklungen, die man sich vor Jahren noch kaum vorstellen konnte, eine enorm wichtige Sache. Bedroht sie doch unser aller Freiheit, unseren Frieden und die Vielfalt.
Herbst
In Scherben fiel die hart erkämpfte Freiheit,
reg- und wortlos lag sie da in Nacht und Nebel.
Keiner trug sie auf die Bühne jener Unzeit,
konnt‘ sie tragen, lag er doch bereits im Knebel.

Tränenbäche flossen schwer in Scherbenmeere,
mischten sich mit Leid und Blut nun drohender Tage.
Novembermorgen brachte nichts als Nebelschwere.
In Nebel hülle sich, eh er was Falsches sage…

Gehüllt in Dunst, so lag des Volks Verstand im Argen,
gesponnen in ein großes Netz aus Lügen,
der Herrscher: Angst! Und keiner stellte mehr die Fragen,
die konnten retten noch die Welt in letzten Zügen.

Der Winter kam und ließ das Leben sterben,
zog ein und nahm das letzte Stückchen Wärme.
Es folgten weitre ungezählte Scherben,
das Frühjahr lag so unerreichbar ferne.

Das Scherbenmeer versteckt durch weißen Schnee,
der anfangs nur durchwebt von Puzzleteilen,
die Blutes Farbe trugen und der Menschen Weh.
Erfolg – er sollte jene Flecken heilen.

Doch der blieb aus – der Schrecken schien dem Lenz zu weichen,
Blutrotes Puzzle schmolz den blendend’ Schnee hinfort.
Ein freier Blick auf schrecklich viele Leichen,
verlorne Lieben, Freiheit – und verlorener Ort.

So weit entfernt erscheint uns jene Zeit des Leides,
und auch so fern das Schweigen unsrer Ahnen.
Doch viel zu nahe steht uns heute noch dies Beides,
vor neuem Wintereinbruch sei daher zu warnen!

Noch immer gibt es die mit der Gesinnung,
die Herbst- und Winters-Taten propagieren,
und sich erfreuen über jede Neugewinnung,
durch Wählen, Reden, Schweigen und Agieren.

Wer schweigt sagt ja zur Hetze, Stimmungsmache,
Verfolgung, Ausgrenzung und auch zu Mord.
Er unterstützt, vernebelt jene unrecht’ Sache,
der Freiheit‘ Scherben fegt gedenkenlos er fort.

Drum stell dich gegen jene Herbstes’ Strömung,
erhebe dich und weiche auch kein kleines Stück!
Lass niemals zu die Nebeleingewöhnung,
denn nur ein Narr wünscht sich die Winterzeit zurück!



Mahnmal, errichtet durch die britischen Besatzer in der Gedenktstätte KZ Bergen Belsen. Mehr als 52.000 Menschen starben hier, auch Anne Frank. Wobei die Anzahl höher liegen dürfte. Denn man verbrannte und vergrub die Asche und die sterblichen Überreste der Menschen einfach in Massengräbern.







Und ganz nebenbei: Wie sich die Rechten in Sachen Umwelt- und Klimaschutz positionieren ist auch klar: Es gibt keinen Klimawandel, es gibt ja angeblich nicht mal einen Treibhauseffekt (ohne den wir auf der Erde erfrieren würden)
Man hat keine Konzepte für die Zukunft, hat keine Ahnung von phsyikalischen Gegebenheiten. Dafür hegt man Sympathien für die Vergangenheit. Man will spalten, mauern und ausgrenzen. Irgendwie gibt es hierzu Parallelen zu Trump, der ja den Klimawandel als Erfindung der Chinesen abgetan hat – und somit mal wieder seine absolute Unwissenheit zum Besten gegeben.
Vielleicht sei jedem (Protest-)Wähler dieser rechten Partei einmal angeraten, seine Geschichtskenntnisse aufzubessern und vor allem eines: Einfach mal ein paar Gedenkstätten besuchen, sich umschauen, weiterbilden und sich dann die Frage stellen: Wenn ein Glas in der Kneipe schmutzig ist, gehe ich dann aus Protest aufs Klo und trinke aus der Schüssel?
Sicher ist nicht alles Gold was glänzt in der Politik der anderen Parteien, und auch nicht in der Regierung. Sicher ist vieles zum Haare raufen.
Es gibt auch viele soziale Probleme und Brennpunkte, viele Ungerechtigkeiten und Not in Deutschland. Doch was nutzt es denn, Menschen dafür verantwortlich zu machen, die selbst vor Not und Ungerechtigkeit geflohen sind? – Und die wirklich Schuldigen an der Misere einer sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich ungeschoren davon kommen zu lassen?
