Mein Ziel ist klar: Glückliche Hühner, die im Gras scharren und picken können. Und die somit leckere, gesunde Eier legen.
Wie so oft im Leben beginnt der längste Weg mit dem ersten Schritt. Und diesen habe ich nun getan: Der Plan steht, ich habe mich über die nötigen Bedingungen informiert, mir Fachliteratur besorgt und am letzten Wochenende losgelegt.
Aber eins nach dem anderen…
Wichtig ist es mir, dass meine Hühner gesund und munter glücklich leben können. Artgerecht soll die Heimat für die Hühner sein, sie sollen dort ihr ganzes natürliches Leben verbringen können. Denn natürlich werde ich sie nicht schlachten, sobald sie weniger Eier legen. Meine Überlegung sind vier Hühner und ein Hahn. Zwar kann man die Tiere auch ohne Hahn halten, wobei sich dann eine Leithenne herauskristallisiert. Und ich habe lange hin und her überlegt. Schließlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass den Hennen ohne Hahn etwas fehlen würde. Denn dieser ist natürlich zunächst einmal der Beschützer. Er wird bis aufs Leben für seine Hennen kämpfen. Und eine Katze, die sich vielleicht in den Garten verirrt und dort einem Huhn nachstellen möchte, wird vom Hahn am Ehesten in die Flucht geschlagen. Außerdem habe ich nach reichlicher Abwägung beschlossen, dass ich der einen oder anderen Henne auch mal die Möglichkeit geben möchte, ein Junges auszubrüten. Ich möchte beobachten, wie sich neues Leben entwickelt und vor allem, wie die Henne dann stolz mit ihrem Kleinen durch die Gegend läuft. Und damit das funktionieren kann, braucht es eben auch einen Hahn. J Dass man einiges beachten muss und auch Geduld braucht, bis eine Henne zu glucken beginnt, steht auf einem anderen Blatt. Ich habe bereits einiges darüber gelesen. Aber bis dahin ist noch Zeit. Ganz davon abgesehen finde ich, dass der Hahnenschrei einfach zur Hühnerhaltung dazu gehört. Daher werden sich also vier Hühner und ein Hahn bald in meinem Garten tummeln.
Der ideale Platz
Bald stellte sich die nächste Frage: Wie viel Platz brauchen die Tiere im Auslauf und im Stall? Und das ist eine sehr gute Frage, denn man findet in der Fachliteratur immer mal wieder neue Zahlen. Manche empfehlen die Haltung nur in einem Gehege, manche befürworten einen freien Auslauf. Für mich steht fest, dass die Tiere so viel Auslauf wie möglich bekommen sollen. Ich möchte ja keine Zustände wie in der Massentierhaltung im Garten. Also habe ich einen täglichen Auslauf von etwa 35 Quadratmetern vorgesehen, wobei die Tiere ab und zu unter Aufsicht auch im ganzen Garten herum laufen sollen, der immerhin etwa 300 Quadratmeter bietet. Die Tiere immer im ganzen Garten laufen zu lassen wäre keine gute Idee, da sie ansonsten wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit das Gemüsebeet als Futterstelle und den Folienteich als Badeplatz missbrauchen würden. Also werde ich jenen Bereich von etwa 35 Quadratmetern mit einem 2 Meter hohen Zaun abgrenzen. Nach oben hin sollten die Tiere einen Schutz vor Greifvögeln haben und vor diesem Hintergrund ist dieser Bereich des Gartens geradezu prädestiniert. Denn hier wächst ein breiter Kirschbaum inmitten von Apfel- und Birnbäumen. Der Kirschbaum hat trotz angebrachter Gelbtafeln stets einen Befall der Kirschfruchtfliege und so fallen die angebohrten Früchte zu Boden, in ihnen entwickeln sich die Larven zu den Fliegen, um dann auch noch die anderen gesunden Früchtchen zu befallen oder in der Erde fürs nächste Jahr zu überdauern. Durch den geplanten Hühnerbereich könnte ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. – Wortwörtlich. Die Hühner hätten leckeres Fruchtfutter mit Fleischbeilage – und für mich blieben auch noch ein paar gesunde Kirschen am Baum…
Das ideale Haus
Einen idealen Platz hatte ich also gefunden. Nun stellte sich noch die Frage nach einem passenden Hühnerhaus. Sollte es groß genug sein, um es begehen zu können? Benachbarte und bekannte Hühnerhalter schwören alle auf ein solches Haus. Sie halten die Tiere zudem nur im rundherum abgeschlossenen Bereich. Ihre Hühner werden nie im Gras scharren oder im Misthaufen. Allenfalls ein Außenbereich hat ihr Stall, der jedoch – einer Volliere gleich – mit Draht nach außen hin abgeriegelt ist. Einerseits erscheint es schon ganz praktisch, einen Stall begehen zu können. Andererseits wäre das bei vier Hühnern und einem Hahn doch eher Material- und Platzverschwendung. Zudem sagt man ja auch, man soll einen Stall möglichst kompakt halten. Denn je größer die Innenraumfläche eines Stalles ist, desto länger braucht es, bis sich die Luft erwärmt. Kuscheln sich nun die Hühner im Winter aneinander, sorgt ihre Abwärme in einem kompakten Stall für ein gutes Klima. Zudem muss der Stall regelmäßig gereinigt werden. Und je größer die Fläche, desto mehr verteilt sich auch der Schmutz.

Daher habe ich mich für eine kompakte und zugleich praktische Variante entschieden. Dabei besteht der Stall mit Spitzdach aus zwei Ebenen. Während sich der eigentliche Schlaf- und Futterplatz etwa 80 Zentimeter über dem Boden befindet und über eine Hühnerleiter erreichbar ist, haben die Tiere unterhalb dieses isolierten Schlafplatzes einen wasser- und windgeschützten Bereich zum Scharren und Sandbaden. Dort befindet sich auch die Tür, die zum Auslauf im Garten führt und die jeden Morgen geöffnet und abends verschlossen wird.
Besonders wichtig, habe ich gelesen, ist die Hygiene im Stall. Daher habe ich mich für die Nutzung von dicht abschließenden Nut- und Feder-Brettern für den Innenraum entschieden. Zwischen der Lattenkonstruktion, die das gesamte Gebilde trägt und den Brettern, die außen installiert werden, habe ich eine Hanffüllung als Dämmmaterial vorgesehen. Das hat gleich mehrere Vorteile: Hanf ist ein rein ökologischer Dämmstoff und daher weder schädlich für die Umwelt noch für die Tiere. Zudem ist Hanf atmungsaktiv, sodass sich kein Schwitzwasser im Holz oder gar im Innenraum sammeln wird. Schimmel und Feuchte ist schließlich das Letzte, was ich im Hühnerstall brauchen kann. Hühner sind nämlich relativ robust, was Kälte angeht. Doch Feuchte vertragen sie nicht so gut. Aus diesem Grund habe ich auch in der Seitenwand in südwestlicher Richtung den Einbau eines großen Fensters vorgesehen. Dadurch kann direkte Sonneneinstrahlung selbst im Winter den Innenraum erhitzen. Hinzu kommt, dass Hühner gerade im Winter sehr unter Lichtmangel leiden. Darunter leidet wiederum die Gesundheit der Tiere und letztlich auch Eierproduktion. Und ich muss im Innenraum auch darauf achten, dass zwischen den Nut- und Feder-Brettern keine Ritze entstehen, da sich darin Schmutz und letztlich Krankheitserreger oder Parasiten festsetzen können. Unterhalb der Sitzstange werde ich zudem ein leicht zu entfernendes und reinigendes und Kotbrett installieren. Bei der Frage, wo die Nester für die Tiere Platz finden werden, bin ich mir noch unsicher. In einer Zeichnung habe ich gesehen, dass es sogar möglich ist, die Nester unterhalb des Kotbrettes zu installieren. Seitlich oder an der Front gelegen, wie in vielen anderen Empfehlungen aufgeführt, kann ich die Nester jedenfalls nicht installieren. An der Seite befindet sich schließlich das Fenster, an der Front die Tür. Somit werde ich die Nest-Entscheidung noch ein bisschen aufschieben. Gleiches gilt für die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, im Außenbereich eine Rasenfläche anzubieten. Der letztes Jahr frisch gesäte Rasen zeigt nach dem doch sehr feuchten Winter bereits Anzeichen davon, dass er zu einer Matschpiste werden könnte, wenn erst mal vier Hühner plus ein Hahn in ihm scharren. Daher überlege ich, ob ich vor Ankunft der Hühner einen Teil der Rasenfläche lieber gleich durch eine ordentliche Schicht Rindenmulch ersetzen soll. Doch bis dahin ist noch Zeit…
Jetzt heißt es erst mal den Stall zu bauen. Die Maße stehen fest: Grundfläche 3 x 1 Meter, Höhe an der Spitze 2 Meter. Der Schlaf- und Futterbereich wird eine Grundfläche von 1,50 x 1 Meter haben, und eine Höhe von 80 Zentimetern. Ein erster Schritt ist gemacht, der Startschuss gefallen, die ersten Balken sind verschraubt. Nun heißt es dran bleiben. Hier schon mal ein paar aktuelle Bilder – ich werde weiter berichten…

